Ohrakupunktur

Die Ohrakupunktur ist ein diagnostisches und therapeutisches Verfahren, bei dem drucksensible und elektrisch messbare Punkte der Ohrmuschel zur Diagnose und durch mechanische oder elektrische Reizung zur Behandlung verschiedener funktioneller und organischer Krankheiten und Störungen verwendet werden.

Von außerordentlichem Interesse ist die Diagnose funktioneller oder organischer Störungen durch das Feststellen veränderter Punkte auf einer scheinbar gesunden Ohrmuschel. Beim gesunden Menschen ist die Haut der Ohrmuschel normalerweise schmerzlos. Tritt jedoch eine Erkrankung auf, findet man auf ihr leicht schmerzhafte Punkte, die sich in vereinzelten Fällen von selbst bemerkbar machen, jedoch häufiger noch durch Untersuchung mittels eines Drucktasters gefunden werden können. Die Veränderung des Punktes manifestiert sich jedoch auch hinsichtlich seiner elektrischen Leitfähigkeit. Es zeigt sich, dass der elektrische Widerstand eines solchen Punktes im Vergleich zu seiner unmittelbaren Umgebung deutlich schwächer ist.

Aber auch die Inspektion der Ohrmuschel vermag vor allem bei länger dauernden Erkrankungen Hinweise auf das jeweilige Organ zu liefern. So finden sich mitunter bei chronischen Erkrankungen in der entsprechenden Korrespondenzzone Rötungen, Schuppenbildung, Knötchen, Ulzera oder Ähnliches.

Speziell angefertigte sterile Gold- oder Stahlnadeln werden an den indizierten Stellen in die Haut des Ohres gesetzt. Die Nadeln verbleiben ca. 1/2 Std. in der Haut bis sie sich leicht lösen. Zur Verstärkung können einzelne Punkte noch mit einem Wärmereiz stimuliert werden. In bestimmten Fällen ist auch das Setzen kleiner Dauernadeln angezeigt.